Rezension: Der letzte Held von Sunder CityLesezeit: 2 min

Niemand in Sunder City kann sich das Verschwinden von Professor Rye erklären, der 400 Jahre alte Vampir hat ein Herz aus Gold und wird nicht nur von seinen Schülern geliebt. Doch seit die Magie die Welt verlassen hat, ist in Sunder City nichts mehr so, wie es war: Magier können nicht mehr zaubern und Vampire und Elfen wurden von den Jahrhunderten ihres Lebens eingeholt.
Privatdetektiv Fetch Phillips wird beauftragt, Professor Rye zu finden. Obwohl er selbst ein Mensch ist, arbeitet Fetch ausschließlich für magische Geschöpfe, denn er hat eine schwere Schuld auf sich geladen…

Buchgedanken:

Heutzutage war Leid eine Waffe. Eine Krankheit, die eine Seite gegen die andere einsetzte.

Die Fantasy-Welt von Sunder City hat jeden Zauber verloren, ist düster und trostlos. Die magischen Wesen sind qualvoll gestorben, schlagartig gealtert oder grauenvoll entstellt und wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt, nur wenige haben es geschafft, sich an eine Welt ohne Magie anzupassen. Inmitten der Tristesse versucht Detektiv Fetch Phillips verzweifelt Gutes zu tun, ein hartgesottener und zynischer Ermittler, der zur Selbstjustiz neigt und seine Schuld im Alkohol ertränkt.

Heldenattitüde? Sie sind ein Witz. Das war mir gleich bewusst. Ich dachte nur, Sie wüssten es auch.

Die Handlung ist vielschichtig und spannend, es geht um schwerwiegende Entscheidungen und einschneidende Veränderungen, den Verlust der eigenen Identität und seelische Abgründe. Die Figuren werden angetrieben von starken Gefühlen. Wut, Angst und Unverständnis bestimmen ihr Handeln, für Hoffnungen und Träume ist in dieser Welt ohne Magie kein Platz mehr. Fetch ist ein desillusionierter Ermittler, der in Hardboiled-Manier das Geschehen aufmischt und dabei einiges einstecken muss. Ein melancholischer Antiheld und gescheiterter Außenseiter, der in einer  trostlosen Welt versucht das Richtige zu tun. Trotz aller Tragik eine sympathische und interessante Figur, die sich positiv als Ermittler hervorhebt.

Fazit:

Der letzte Held von Sunder City ist ein genialer Mix aus Fantasyroman und Krimi. Ein fantasievolles und spannendes Buch, mit einer originellen und gut durchdachten Geschichte, vielschichtigen Charakteren und neuartiger Fantasywelt. Düster, fesselnd und sehr lesenswert ♥

© Knaur
Der letzte Held von Sunder City ist ein Fantasyroman von Luke Arnold, übersetzt von Christoph Hardebusch und 2020 im Knaur Verlag erschienen.
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