Kalender war gestern: Mein Bullet Planer

© Südwest Verlag

Liebe Bücherelfen,

ich bin bekennende Listensammlerin: ToDo, WTR, Lesestatistik, Shopping, Wochenplanung und Schlaftracker – da kommt ein herkömmlicher Kalender schnell an seine Grenzen. Kein Wunder, dass ich vom aktuellen Trend Bullet Journal begeistert bin. Allerdings fehlt mir manchmal die Zeit für Monatsübersichten und ordentliche Gestaltung. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht besonders gut zeichnen kann. Zum Glück gibt es mittlerweile neben Blanko-Büchern auch gestaltete Eintragsbücher.

Ausfüllen & Gestalten

Mein Bullet Planer von Jasmin Arensmeier vereint Kalender, Planer und Tagebuch. Die 192 Seiten sind bereits vorgefertigt und praktischerweise nummeriert. Neben Wochen- und Monatsübersichten gibt es 26 Sonderseiten zu unterschiedlichen Themen wie Gesundheit, Sparen und Urlaub. Der Planer hat eine praktische Größe von 16 x 21 cm, einen festen Einband, gepunktete Lineatur und eine gute Papierqualität. Mir fehlt ein Lesebändchen und eine Stiftschlaufe wäre ebenfalls schön gewesen. Das Bullet Journal ist gut aufgebaut, der Platz für eigene Eintragungen ist mitunter etwas knapp bemessen. Bei vielen Terminen wird eine Wochenübersicht auf zwei Seiten nicht ausreichen, zwei Seiten für Notizen sind ebenfalls schnell vollgeschrieben und manche Themenseiten nehmen nur Platz weg, da sie unter Umständen gar nicht benötigt werden.

Fazit:

Mein Bullet Planer ist perfekt für alle, die die Bullet Methode einmal ausprobieren möchten. Die vorgefertigten Seiten sind eine echte Zeitersparnis und die vierfarbigen Illustrationen lassen noch ein wenig Raum für eigene Gestaltung. Wer bereits Erfahrung mit der Bullet Methode hat, sollte schauen, ob der Aufbau und die Farbgebung zusagt und der Platz für die einzelnen Eintragungen ausreichend ist.

© arsEdition
Mein Bullet Planer ist ein Journal zum Ausfüllen und Gestalten von Jasmin Arensmeier, 2018 erschienen im Südwest Verlag.
25

Rezension: H.O.M.E – Das Erwachen von Eva Siegmund

Die siebzehnjährige Zoë besucht gemeinsam mit ihrer großen Liebe Jonah die Eliteakademie H.O.M.E. Ihr Leben scheint perfekt, doch eines Tages wacht sie in einem heruntergekommenen Krankenhaus auf. Angeblich lag sie 12 Jahre im Koma, doch Zoë hat ihre Zweifel. Was ist Erinnerung und was Einbildung und wem kann sie überhaupt trauen? Sie beginnt nachzuforschen und kommt einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur…

Buchgedanken:

Eva Siegmund entwirft ein düsteres Zukunftsszenario, in dem Wasser ein knappes Gut ist und die Menschen ums Überleben kämpfen. Mit dieser harten Realität sieht sich Zoë konfrontiert, als sie in der Charité erwacht, ohne Jonah, dafür mit einer Familie, die ihr fremd ist. Steht die Welt wirklich am Abgrund oder ist dies nur eine Simulation der Akademie? Zoës Ungewissheit und ihre Hilflosigkeit angesichts der schockierenden Zustände sind spürbar. Sie findet sich in diesem Leben nicht zurecht, hat keine Verbindung zu ihrer Familie und die leise Hoffnung, dass alles nur ein Traum ist.
Die Geschichte folgt mitunter ihrer eigenen Logik, nicht immer ist die Zukunftsvision bis zum Ende durchdacht. Dennoch überträgt sich die beklemmende Atmosphäre im staubigen Berlin auf den Leser, denn die Auswirkungen von Wasserknappheit sind für jeden nachvollziehbar und von Eva Siegmund durchaus realistisch dargestellt.

Fazit:

Ein spannendes und unterhaltsames Jugendbuch mit düsteren Momenten und einer sympathischen und taffen Protagonistin. Kleinere Längen und Logikbrüche trüben ein wenig den positiven Gesamteindruck, nichtsdestotrotz ist die Geschichte fantasievoll, erschreckend realistisch und packend erzählt. Das rätselhafte Geschehen gipfelt in dramatische Ereignisse, die einen die Fortsetzung herbeisehnen lassen, die glücklicherweise bereits im März 2019 erscheint.

© cbt
H.O.M.E – Das Erwachen ist ein Jugendbuch von Eva Siegmund und 2018 bei cbt erschienen.
19

Wunderschöne Flugreise: Avinius glaubt ans Meer

© Life’s a story

Liebe Buchträumer,

geht Ihr mit offenen Augen durch die Welt oder wandert Ihr auf eingefahrenen Wegen? Wenn Ihr verlernt habt zu träumen, dann möchte ich Euch die zauberhafte Geschichte des kleinen Avinius empfehlen…

Ein kleiner Vogel aus den Bergen möchte das Meer sehen und macht sich auf eine lange Reise, an deren Ende er gegen alle Widerstände zum Vorbild für Generationen weiterer Vögel wird.

Max T. Berghen erzählt vom Mut Neues zu wagen und der Kraft des Glaubens. Der kleine Vogel Avinius macht neue Erfahrungen, lässt sich von Zweiflern und Ignoranten nicht verunsichern und verliert sein Ziel nie aus den Augen. Er verlässt seinen bekannten Lebensraum, findet Weggefährten und wächst am Ende über sich selbst hinaus.
Eine tiefgründige, kluge und wunderschöne Geschichte, die noch lange nachwirkt und zeigt, wieviel wir gewinnen können, wenn wir offen für neue Erfahrungen sind.

Avinius glaubt ans Meer ist einr Geschichte von Max T. Berghen und 2018 bei Life’s a Story erschienen.
20

Hören & Häkeln: Winterkalt

© Kafel Verlag

Gehört:

Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird in einer Winternacht zu einem grausigen Leichenfundort gerufen. Auf einem Platz mitten in der Stadt steht eine kunstvoll angestrahlte Eisskulptur. Im Eis befindet sich eine tote Frau. Julia kann sich nicht erklären, wie das Opfer in das Eis eingeschlossen wurde, auch Kriminalkommissar Florian Kessler findet keine Spur oder einen Zeugen, der beobachtet hat, wie die Eisstatue auf den Platz gelangt ist. Während Julia wartet, bis die Leiche aufgetaut ist, um mit der Obduktion beginnen zu können, schlägt der Eiskünstler erneut zu…

Winterkalt ist ein spannender Kriminalroman, Catherine Sheperd führt den Leser auf falsche Fährten und lässt ihn lange im Unklaren, was Täter und Motiv anbetrifft. Für einen Thriller fehlt es allerdings an anhaltendem Nervenkitzel, obwohl die Passagen aus Opfer- und Tätersicht durchaus schaudervoll sind.
Julia Schwarz ist eine eigenwillige Protagonistin, die sich nichts vorschreiben lässt und deren Alleingänge nicht mehr als realistische Ermittlungsarbeit durchgehen. Wer die anderen Bücher der Reihe kennt und mag, wird darüber aber getrost hinwegsehen.

Das Hörbuch wird von Svenja Pages gelesen, die jeder Figur eine passende Stimme verleiht und Emotionen ausgesprochen gut transportiert.

Gehäkelt:

Bei einem spannenden Krimi brauche ich ein einfaches Muster, sonst kann ich mich entweder nicht auf die Handlung konzentrieren oder verliere Maschen. Für diesen Schal habe ich Stäbchenreihen längs und quer gehäkelt. Das kuschelige Garn hat einen tollen Farbverlauf in türkis-rosa-beige, der so am besten zur Geltung kommt.

Winterkalt ist ein Krimi von Catherine Sheperd, gesprochen von Svenja Pages und 2018 im Kafel Verlag erschienen.
21