Buchliebling des Monats: Der Buchspazierer

Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …

Buchgedanken:

Der Buchspazierer ist ein warmherziger und kluger Roman über die Liebe zum Lesen  und die Kraft der Bücher. Carl Kollhoffs ganzer Lebensinhalt sind Bücher, er lebt zurückgezogen und zieht Geschichten dem wahren Leben vor, selbst seine Kunden sind für ihn Romanfiguren. Als die aufgeweckte Schascha in sein Leben tritt und seine tagliche Routine durcheinanderbringt, beginnt er sich langsam zu öffen, doch als er seine Anstellung verliert, verliert er den letzten Halt im Leben und versucht verzweifelt zur Normalität zurückzukehren. Der Roman lebt von seinen großartigen Figuren und der allgegenwärtigen Liebe zur Literatur.

In jedem Buch ist ein Herz, das zu pochen beginnt, wenn man es liest, weil das eigene Herz sich mit ihm verbindet

Es ist eine Geschichte über Einsamkeit, Verantwortung, Freundschaft und die Kraft der Literatur. Wie Carl um seine Anstellung kämpft, da er weiß, wieviel seine Botengänge seinen Kunden bedeuten und wie es Schascha langsam gelingt, dass er am Leben seiner Kunden Anteil nimmt, ist zutiefst berührend und einfach bezaubernd.  Die neugierige Schascha stellt nicht nur die richtigen Fragen, sondern verkündet auch ganz unverblümt ihre Meinung,  Mit ihrer offenen Art erobert sie das Leserherz im Sturm, doch auch die anderen Figuren schließt man schnell ins Herz und kann sich am Ende des Romans nur schwer von ihnen trennen…

Fazit: 

Ein kluger, poetischer und warmherziger Roman über Bücher und die heilsame Kraft des Lesens. Bezaubernd, tiefsinnig und wunderschön, ein Lesevernügen nicht nur für Buchliebhaber und ein Kleinod, dem ich von ganzem Herzen viele Leser wünsche ♥

© Pendo
Der Buchspazierer ist ein Roman von Carsten Sebastian Henn und 2020 im Pendo Verlag erschienen.

Stimmen aus der Nachbarschaft…

Meggies Fussnoten

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Nikolaus Gewinnspiel

Liebe Leseeulen,

passend zum 6. Türchen verschenke ich in der Vorweihnachtszeit etwas Lesezeit. Zu gewinnen gibt es eine ganz zauberhafte Geschichte für BücherliebhaberInnen….

Büchernarr Roger Mifflin ist als fahrender Buchhändler mit seinem Planwagen in New England unterwegs. Dort trifft er auf die resolute Helen McGill, die gemeinsam mit ihrem Bruder eine Farm bewirtschaftet. Kurz entschlossen kauft sie Mifflin, der das Vagabundendasein gründlich satt hat, den Bücherwagen samt Pferd und Hund ab und entdeckt die wunderbare Welt der Literatur und die Liebe.

Wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmen möchtet, hinterlasst einen Kommentar und beantwortet die folgende Frage….

Wem schenkst du an Nikolaus Zeit und was habt ihr unternommen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten und drücke die Daumen…

Einen wunderschönen Nikolaustag

♥ Mila

Ich verlose die Taschenbuchausgabe, der Gewinn kann nicht umgetauscht oder in bar ausgezahlt werden.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, das Gewinnspiel findet bis zum 10.12.20 bis 23:59 Uhr statt. Die Verlosung wird nach Ablauf des Teilnahmezeitraums durchgeführt.

Die anlässlich einer Gewinnspielteilnahme übermittelten Daten werden nur für die Durchführung des Gewinnspiels und zur Benachrichtigung der Gewinner verwendet und nach Versand gelöscht.

Der Versand erfolgt nur innterhalb Deutschlands, für auf dem Postweg verloren gegangene Sendungen übernehme ich keine Haftung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Rezension: Die Romanfabrik von Paris von Dirk Husemann

Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat.

Buchgedanken:

Dirk Husemann verwebt wahre Begebenheiten mit Fiction zu einem unterhaltsamen historischem Roman. Sein Dumas ist ein charismatischer Lebemann, der aufgrund seiner Hautfarbe um gesellschaftliche Anerkennung kämpft. Ein wahrer Künster, kreativ und unbändig. Ihm zur Seite steht Anna, eine starke Frau, die trotz Behinderung mutig für ihre Überzeugung eintritt. Eine sehr sittenstrenge Figur, die über ihren eigenen Schatten springen muss, als es darum geht, einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen.

Paris war die Hauptstadt des Gestanks und die Heimat der Duftwässer


Neben der Gegensätzlichkeit der Figuren, sorgen ein geheimnisvoller Widersacher und wechselnde Schauplätze für spannende Unterhaltung. Die Reise führt von Paris über London nach Sankt Petersburg und ist so lebendig und mit viel Hintergrundwissen beschrieben, dass man das Gefühl hat, inmitten eines Abenteuers der Musketiere zu sein.

Fazit:

Ein humorvolles und spannendes Abenteuer mit viel Liebe zum Detail erzählt, wendungsreich, stimmungsvoll und rasant. Allerdings sollte man Dumas‘ Romane kennen und mögen, sonst könnte es aufgrund der vielen Zufälle, Überraschungen und Anspielungen eine durchaus anstrengende Lektüre sein.

© Lübbe
Die Romanfabrik von Paris ist ein historischer Roman von Dirk Husemann und 2020 im Lübbe Verlag erschienen.

Weitere Meinungen zum Buch….

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