Rezension: Palace of Silk – Die Verräterin von C.E. Bernard

Rea, zuerst Leibwächterin am englischen Königshof, dann heimliche Geliebte des Kronprinzen Robin, ist zu ihrem Bruder nach Paris geflüchtet. Dort kann sie als Magdalena leben, ohne eine Strafe zu befürchten, denn Hautkontakt ist in Frankreich nicht verboten. Doch ihre Vergangenheit holt sie ein, als Prinz Robin um die Hand von Ninon, der Schwester des Rois und Reas enge Freundin, anhält und zur Brautwerbung nach Paris kommt. Welches Spiel spielt Robin? Und welches Geheimnis verbirgt die unnahbare Madame Hiver, die Rea nicht aus den Augen lässt?

Für einen kurzen Moment erlaube ich mir, die Bilder zuzulassen. Wie es wäre, meine Feuerseide stolz zu zeigen, umgeben von Menschen, die ebenfalls ihre Farben tragen. Über den sonnigen Pont Alexandre zu marschieren, um das Recht auf freie Berührung zu schützen.

Buchgedanken:

Der zweite Teil der Palace-Saga spielt am Königshof in Paris und weist deutliche Parallelen zum ersten Teil auf, wodurch die Geschichte anfangs nicht zu fesseln vermag, erst im letzten Drittel nehmen die Ereignisse Fahrt auf. Die Geschichte dreht sich um das neue Leben in Paris, die Beziehung zu Robin und den Revolutionsgedanken, wobei die ambivalente Beziehung von Rea und Robin auf Dauer ermüdend ist. Die Gefühle von Rea nehmen viel Raum ein, wodurch die politischen Intrigen, das Schicksal der Magdalenen und die interessanten Nebenfiguren immer wieder in den Hintergrund rücken, was der Geschichte die Spannung und auch den Reiz nimmt.

Fazit:

Alles in allem ein schwächerer zweiter Teil, der nicht durchgehend zu fesseln vermag, kaum Überraschungen bietet und vor allem durch die originelle Idee und den französischen Flair zu überzeugen vermag. Dennoch gewinnt die Geschichte im Verlauf an Spannung und weckt die Neugierde auf den abschließenden Band, der am 23. Juli 2018 erscheint.

© Penhaligon Verlag
Palace of Silk – Die Verräterin ist ein Roman von C.E. Bernard und der zweite Teil der Palace-Saga, übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer und 2018 im Penhaligon Verlag erschienen.
9

Rezension: Immerwelt-Der Anfang von Gena Showalter

Die siebzehnjährige Tenley muss eine schwere Entscheidung treffen – bekennt sie sich zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, dem hellen Reich der Erkenntnis. Vertreter beider Reiche versuchen mit allen Mitteln, Tenley für sich zu gewinnen, obwohl ihnen nicht klar ist, warum ausgerechnet sie so wichtig sein soll…

Die zerstörerischsten und die besten Taten beginnen mit einem einzigen Gedanken. Und letztlich kann eine einzige Tat darüber entscheiden, welchen Verlauf unser Leben nimmt. Und unser Tod.

Buchgedanken:

Immerwelt beginnt rasant, ergreifend und brutal, der Leser ist mittendrin im Geschehen und versucht die Zusammenhänge schnellstmöglich zu erfassen, während er einerseits schockiert ist, wie Tenley behandelt wird und andererseits das Mädchen für seinen starken Willen bewundert. Ein hohes Tempo, das der Roman nicht über die ganze Länge halten kann, dennoch entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ähnlich wie Tenley ist der Leser hin- und hergerissen zwischen Troika und Myriad, verfolgt atemlos das Geschehen und ist mitunter sprachlos, was Tenley erleiden muss und wünscht ihre Entscheidung geradezu herbei, um dem Alptraum ein Ende zu bereiten.

Fazit:

Ein temporeicher und spannender Roman, der mit einer taffen Protagonistin, einer mitreißenden Geschichte und trockenem Humor überzeugt.

© Harper Collins
Immerwelt-Der Anfang ist ein Blanca ist ein Jugendbuch von Gena Showalter, übersetzt von Katja Henkel und 2018 bei Harper Collins erschienen.
6

Düsteres London: Palace of Glass – Die Wächterin

Liebe Buchreisende,

mögt Ihr auch Geschichten, die bekannte Orte in einem neuen Licht erscheinen lassen? In Palace of Glass zeichnet C.E. Bernard ein düsteres Bild von London, technisch hochmodern, aber rückständig in Bezug auf das menschlichen Zusammenleben. Theatervorstellungen werden im Verborgenen abgehalten, Gesichter hinter Masken versteckt, jeder Zentimeter Haut mit Stoffen bedeckt und Körperkontakt tunlichst vermieden:

Rea Emris ist Schneiderin und nimmt heimlich an illegalen Faustkämpfen teil. Damit begibt sie sich in große Gefahr, denn die Berührung nackter Haut ist strengstens verboten, zum Schutz vor Magdalenen, die bei Berührung Gedanken lesen und verändern können. Doch Rea muss dieses Risiko eingehen, denn sie ist eine Magdalena und giert nach Hautkontakt. Als sie aufgrund ihrer Erfahrung als Straßenkämpferin zur geheimen Leibwächterin des Prinzen auserkoren wird, lebt sie in ständiger Angst, dass jemand hinter ihr Geheimnis kommt…

Palace of Glass begeistert mit einer starken Protagonistin und interessanten Nebenfiguren, einer fesselnden Geschichte und einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Die ständige Angst vor Berührungen und Gedankenmanipulation ist ebenso spürbar wie Reas Verlangen nach Hautkontakt und die Qualen, die durch die Hautgier ausgelöst werden. Rea ist eine selbstbewußte und taffe Protagonistin, die sowohl einstecken als auch austeilen kann und der man wünscht, dass sie ihre Gabe nicht länger verstecken muss. Die Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und dabei mitunter so schillernd und faszinierend, dass sie die Geschichte durch ihre bloße Anwesenheit bereichern.

Ein spannender und temporeicher Auftakt zu einer originellen Fantasytrilogie, mit überraschenden Wendungen, einer Prise Romantik und überzeugenden Charakteren. Stimmungsvoll, fesselnd und bildgewaltig. Und das Schönste ist – kein jahrelanges Warten auf die Fortsetzung. Der zweite Band ist Ende Mai erschienen und der dritte Band ist ab Mitte Juli erhältlich.

⭐⭐⭐⭐- Reise

© Penhaligon Verlag
Palace of Glass – Die Wächterin ist ein Fantasy-Roman von C.E. Bernard und der erste Teil der Palace-Saga, 2018 erschienen im Penhaligon Verlag.
6

Seitenblätter-Samstag: Fundstücke

Liebe Bücherfreunde,

heute blättere ich in Büchern, die schon etwas länger auf meinem SuB liegen und bei denen ich mir unschlüssig bin, ob ich sie überhaupt noch lesen mag…

Rowan Coleman: Wolken wegschieben

Inhalt: Manchmal hat Willow Briar das Gefühl, unter einer dicken Regenwolke zu leben. Sie könnte es darauf schieben, dass sie ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt. Oder dass sie verlernt hat zu lieben. Oder dass ihre skrupellose Chefin sie als ihre Leibeigene betrachtet. Doch der eigentliche Grund für ihre Unzufriedenheit liegt tief in ihrer Vergangenheit. Willow weiß: Sie muss etwas ändern und ihre Dämonen besiegen. Denn nur Verlierer stehen im Regen – aber wahre Gewinner schieben die Wolken einfach weg.
© Piper Verlag

Definitiv ein Cover-Kauf, außerdem war ich nach Einfach unvergesslich und Zwanzig Zeilen Liebe gespannt auf den neuen Roman von Rowan Coleman, allerdings fürchte ich, dass mir die Geschichte vielleicht zu seicht und klischeehaft ist, daher liegt das Buch wie Blei in meinem Regal…

Willow war kein großer Fan von Freitagen. Jeder Freitag war das Ende einer Woche, das Ende einer sinnvollen Tätigkeit, für die es sich lohnte, morgens aufzustehen, sich anzuziehen und mit Leuten zu reden.

Antonia Michaelis: Friedhofskind

Inhalt: Siri verbringt einen Sommer in einem kleinen Küstendorf, in dem vor dreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ein Kind ertrank. Die Bewohner des Dorfes reden nicht gern darüber – genauso wenig wie über den Totengräber, der angeblich mit den Seelen der Verstorbenen spricht. Oder darüber, dass man sich gut mir ihm stellen sollte, wenn man die Toten nicht gegen sich aufhetzen will. Siri drängt tief in die dunklen Geheimnisse des Dorfes ein. Und stößt dabei auf das Unfassbare…
© Emons Verlag

Mysteriöse Geschehnisse in einem kleinen Fischerdorf, das könnten spannende Lesestunde werden, aber bei fast 500 Seiten ist da der Zweifel, ob die Geschichte nicht zwischendurch abschweift…

Lenz hörte nicht, was die Fensterfrau antwortete, die Motoren verschluckten jedes weitere Wort. Und als sie verstummten, als die Fischerboote am Steg anlegten, zupfte jemand ihn am Hemd. Hinter ihm im Schilf stand Iris. Der Morast reichte ihr bis zu den Knien.

Thomas Finn: Schwarze Tränen

Inhalt: Im »Gasthaus zum Löwen« in Staufen findet Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Faust, ein mittelalterliches Zauberbuch. Als er einen kostbaren Diamanten aus dem Einband herausbricht, geht auf einmal ein Froschregen über der Stadt nieder, und die Jagd auf ihn wird eröffnet. Erst der schwarze Pudel Mephistopheles, der sich als Teufel persönlich entpuppt, rettet ihn. Mephisto erklärt ihm, dass in der Hölle ein Machtkampf tobt. Wer die drei Teufelstränen besitzt, von denen Lukas’ Diamant eine ist, vermag die Apokalypse heraufzubeschwören. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die zwei müssen die übrigen Tränen vor ihren Verfolgern finden.
© Knaur Verlag

Klingt nach einem teuflich guten Buch, zudem hat mir Mordstrand gut gefallen, daher werde ich das Buch wohl auf den WTR-Stapel packen.

Das unheimliche Geläut wurde immer tiefer und beängstigender. Ohne mitgezählt zu haben, wusste Lukas, dass sie inzwischen zum zehnten Mal geschlagen hatte. Seine Verfolger brüllten, Abrupt wechselte Lukas die Richtung, und obwohl ihm Sylvias Anweisung vollkommen irrwitzig vorkam, stürmte er auf eine der Wohnungstüren zu. Er erreichte sie mit dem dreizehnten Glockenschlag, wiss sie auf – und stolperte kopfüber in die Finsterniss.

Kennt Ihr die Bücher? Welches muss ich unbedingt lesen? Lasst es mich gerne wissen…

Ein schönes Wochenende

♥ Mila

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