Rezension: H.O.M.E – Das Erwachen von Eva Siegmund

Die siebzehnjährige Zoë besucht gemeinsam mit ihrer großen Liebe Jonah die Eliteakademie H.O.M.E. Ihr Leben scheint perfekt, doch eines Tages wacht sie in einem heruntergekommenen Krankenhaus auf. Angeblich lag sie 12 Jahre im Koma, doch Zoë hat ihre Zweifel. Was ist Erinnerung und was Einbildung und wem kann sie überhaupt trauen? Sie beginnt nachzuforschen und kommt einer unglaublichen Verschwörung auf die Spur…

Buchgedanken:

Eva Siegmund entwirft ein düsteres Zukunftsszenario, in dem Wasser ein knappes Gut ist und die Menschen ums Überleben kämpfen. Mit dieser harten Realität sieht sich Zoë konfrontiert, als sie in der Charité erwacht, ohne Jonah, dafür mit einer Familie, die ihr fremd ist. Steht die Welt wirklich am Abgrund oder ist dies nur eine Simulation der Akademie? Zoës Ungewissheit und ihre Hilflosigkeit angesichts der schockierenden Zustände sind spürbar. Sie findet sich in diesem Leben nicht zurecht, hat keine Verbindung zu ihrer Familie und die leise Hoffnung, dass alles nur ein Traum ist.
Die Geschichte folgt mitunter ihrer eigenen Logik, nicht immer ist die Zukunftsvision bis zum Ende durchdacht. Dennoch überträgt sich die beklemmende Atmosphäre im staubigen Berlin auf den Leser, denn die Auswirkungen von Wasserknappheit sind für jeden nachvollziehbar und von Eva Siegmund durchaus realistisch dargestellt.

Fazit:

Ein spannendes und unterhaltsames Jugendbuch mit düsteren Momenten und einer sympathischen und taffen Protagonistin. Kleinere Längen und Logikbrüche trüben ein wenig den positiven Gesamteindruck, nichtsdestotrotz ist die Geschichte fantasievoll, erschreckend realistisch und packend erzählt. Das rätselhafte Geschehen gipfelt in dramatische Ereignisse, die einen die Fortsetzung herbeisehnen lassen, die glücklicherweise bereits im März 2019 erscheint.

© cbt
H.O.M.E – Das Erwachen ist ein Jugendbuch von Eva Siegmund und 2018 bei cbt erschienen.
21

Rezension: Immerwelt-Der Anfang von Gena Showalter

Die siebzehnjährige Tenley muss eine schwere Entscheidung treffen – bekennt sie sich zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, dem hellen Reich der Erkenntnis. Vertreter beider Reiche versuchen mit allen Mitteln, Tenley für sich zu gewinnen, obwohl ihnen nicht klar ist, warum ausgerechnet sie so wichtig sein soll…

Die zerstörerischsten und die besten Taten beginnen mit einem einzigen Gedanken. Und letztlich kann eine einzige Tat darüber entscheiden, welchen Verlauf unser Leben nimmt. Und unser Tod.

Buchgedanken:

Immerwelt beginnt rasant, ergreifend und brutal, der Leser ist mittendrin im Geschehen und versucht die Zusammenhänge schnellstmöglich zu erfassen, während er einerseits schockiert ist, wie Tenley behandelt wird und andererseits das Mädchen für seinen starken Willen bewundert. Ein hohes Tempo, das der Roman nicht über die ganze Länge halten kann, dennoch entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ähnlich wie Tenley ist der Leser hin- und hergerissen zwischen Troika und Myriad, verfolgt atemlos das Geschehen und ist mitunter sprachlos, was Tenley erleiden muss und wünscht ihre Entscheidung geradezu herbei, um dem Alptraum ein Ende zu bereiten.

Fazit:

Ein temporeicher und spannender Roman, der mit einer taffen Protagonistin, einer mitreißenden Geschichte und trockenem Humor überzeugt.

© Harper Collins
Immerwelt-Der Anfang ist ein Blanca ist ein Jugendbuch von Gena Showalter, übersetzt von Katja Henkel und 2018 bei Harper Collins erschienen.
6

Magische Reise in den Harz: Spiegelherz

Liebe Buchhexen,

der Brocken im Harz gilt als Hauptversammlungsort der Hexen, in der letzten Aprilnacht feiern die dunklen Mächte dort ein höllisches Fest, das alle in seinen Bann zieht und zu geheimnisvollen Geschichten inspiriert:  Anna zieht mit ihrer Familie in den Harz, in die Nähe des Blocksbergs und entdeckt plötzlich, dass sie Hexenkräfte besitzt. Ebenso wie David, der ältere Bruder ihrer neuen Schulfreundin. Mit ihm soll Anna gegen das Böse kämpfen, das im Blocksberg gefangen ist und kurz vor der Erweckung steht. Mit der Hilfe von drei mächtigen Hexen bereiten sich die beiden auf den Kampf vor, doch Anna ist nicht ganz bei der Sache, denn ihr erscheint ständig Nebruel, der Sohn des Teufels, im Spiegel und wirkt gar nicht teuflisch, sondern sehr sympathisch. Hin- und hergerissen zwischen David und Nebruel muss sich Anna in der alles entscheidenden Walpurgisnacht auf dem Blocksberg den Mächten stellen…

Janine Wilk erzählt eine spannende und mystische Geschichte von Hexen, Schicksal und teuflischen Versuchungen rund um den sagenumwobenen Brocken, dabei vermittelt sie gekonnt die düstere und geheimnisvolle Atmosphäre des Blocksbergs. Die Figuren sind wunderbar gezeichnet, Anna ist eine bodenständige und nicht allzu perfekte Heldin, ihre Familie sympathisch normal und die Brockenhexen herrlich schrullig, der Spannungsbogen ist gut ausgearbeitet und die Geschichte bietet neben überraschenden und magischen Momenten auch ein wenig Romantik und fesselt dank des flüssigen und bildhaften Schreibstils von Anfang bis Ende.

Ein stimmungsvoller Roman mit sympathischen Figuren, Herz und Humor, der mit fantasievollen Ideen und einer spannenden Geschichte überzeugt.

⭐⭐⭐⭐⭐ – Reise

© Planet

Spiegelherz ist ein Jugendbuch von Janine Wilk und 2018 bei Planet! erschienen.

 

9