Düsteres London: Palace of Glass – Die Wächterin

Liebe Buchreisende,

mögt Ihr auch Geschichten, die bekannte Orte in einem neuen Licht erscheinen lassen? In Palace of Glass zeichnet C.E. Bernard ein düsteres Bild von London, technisch hochmodern, aber rückständig in Bezug auf das menschlichen Zusammenleben. Theatervorstellungen werden im Verborgenen abgehalten, Gesichter hinter Masken versteckt, jeder Zentimeter Haut mit Stoffen bedeckt und Körperkontakt tunlichst vermieden:

Rea Emris ist Schneiderin und nimmt heimlich an illegalen Faustkämpfen teil. Damit begibt sie sich in große Gefahr, denn die Berührung nackter Haut ist strengstens verboten, zum Schutz vor Magdalenen, die bei Berührung Gedanken lesen und verändern können. Doch Rea muss dieses Risiko eingehen, denn sie ist eine Magdalena und giert nach Hautkontakt. Als sie aufgrund ihrer Erfahrung als Straßenkämpferin zur geheimen Leibwächterin des Prinzen auserkoren wird, lebt sie in ständiger Angst, dass jemand hinter ihr Geheimnis kommt…

Palace of Glass begeistert mit einer starken Protagonistin und interessanten Nebenfiguren, einer fesselnden Geschichte und einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Die ständige Angst vor Berührungen und Gedankenmanipulation ist ebenso spürbar wie Reas Verlangen nach Hautkontakt und die Qualen, die durch die Hautgier ausgelöst werden. Rea ist eine selbstbewußte und taffe Protagonistin, die sowohl einstecken als auch austeilen kann und der man wünscht, dass sie ihre Gabe nicht länger verstecken muss. Die Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet und dabei mitunter so schillernd und faszinierend, dass sie die Geschichte durch ihre bloße Anwesenheit bereichern.

Ein spannender und temporeicher Auftakt zu einer originellen Fantasytrilogie, mit überraschenden Wendungen, einer Prise Romantik und überzeugenden Charakteren. Stimmungsvoll, fesselnd und bildgewaltig. Und das Schönste ist – kein jahrelanges Warten auf die Fortsetzung. Der zweite Band ist Ende Mai erschienen und der dritte Band ist ab Mitte Juli erhältlich.

⭐⭐⭐⭐- Reise

© Penhaligon Verlag
Palace of Glass – Die Wächterin ist ein Fantasy-Roman von C.E. Bernard und der erste Teil der Palace-Saga, 2018 erschienen im Penhaligon Verlag.
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Seitenblätter-Samstag: Fundstücke

Liebe Bücherfreunde,

heute blättere ich in Büchern, die schon etwas länger auf meinem SuB liegen und bei denen ich mir unschlüssig bin, ob ich sie überhaupt noch lesen mag…

Rowan Coleman: Wolken wegschieben

Inhalt: Manchmal hat Willow Briar das Gefühl, unter einer dicken Regenwolke zu leben. Sie könnte es darauf schieben, dass sie ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt. Oder dass sie verlernt hat zu lieben. Oder dass ihre skrupellose Chefin sie als ihre Leibeigene betrachtet. Doch der eigentliche Grund für ihre Unzufriedenheit liegt tief in ihrer Vergangenheit. Willow weiß: Sie muss etwas ändern und ihre Dämonen besiegen. Denn nur Verlierer stehen im Regen – aber wahre Gewinner schieben die Wolken einfach weg.
© Piper Verlag

Definitiv ein Cover-Kauf, außerdem war ich nach Einfach unvergesslich und Zwanzig Zeilen Liebe gespannt auf den neuen Roman von Rowan Coleman, allerdings fürchte ich, dass mir die Geschichte vielleicht zu seicht und klischeehaft ist, daher liegt das Buch wie Blei in meinem Regal…

Willow war kein großer Fan von Freitagen. Jeder Freitag war das Ende einer Woche, das Ende einer sinnvollen Tätigkeit, für die es sich lohnte, morgens aufzustehen, sich anzuziehen und mit Leuten zu reden.

Antonia Michaelis: Friedhofskind

Inhalt: Siri verbringt einen Sommer in einem kleinen Küstendorf, in dem vor dreißig Jahren unter mysteriösen Umständen ein Kind ertrank. Die Bewohner des Dorfes reden nicht gern darüber – genauso wenig wie über den Totengräber, der angeblich mit den Seelen der Verstorbenen spricht. Oder darüber, dass man sich gut mir ihm stellen sollte, wenn man die Toten nicht gegen sich aufhetzen will. Siri drängt tief in die dunklen Geheimnisse des Dorfes ein. Und stößt dabei auf das Unfassbare…
© Emons Verlag

Mysteriöse Geschehnisse in einem kleinen Fischerdorf, das könnten spannende Lesestunde werden, aber bei fast 500 Seiten ist da der Zweifel, ob die Geschichte nicht zwischendurch abschweift…

Lenz hörte nicht, was die Fensterfrau antwortete, die Motoren verschluckten jedes weitere Wort. Und als sie verstummten, als die Fischerboote am Steg anlegten, zupfte jemand ihn am Hemd. Hinter ihm im Schilf stand Iris. Der Morast reichte ihr bis zu den Knien.

Thomas Finn: Schwarze Tränen

Inhalt: Im »Gasthaus zum Löwen« in Staufen findet Lukas Faust, Nachfahre des berühmten Doktor Faust, ein mittelalterliches Zauberbuch. Als er einen kostbaren Diamanten aus dem Einband herausbricht, geht auf einmal ein Froschregen über der Stadt nieder, und die Jagd auf ihn wird eröffnet. Erst der schwarze Pudel Mephistopheles, der sich als Teufel persönlich entpuppt, rettet ihn. Mephisto erklärt ihm, dass in der Hölle ein Machtkampf tobt. Wer die drei Teufelstränen besitzt, von denen Lukas’ Diamant eine ist, vermag die Apokalypse heraufzubeschwören. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die zwei müssen die übrigen Tränen vor ihren Verfolgern finden.
© Knaur Verlag

Klingt nach einem teuflich guten Buch, zudem hat mir Mordstrand gut gefallen, daher werde ich das Buch wohl auf den WTR-Stapel packen.

Das unheimliche Geläut wurde immer tiefer und beängstigender. Ohne mitgezählt zu haben, wusste Lukas, dass sie inzwischen zum zehnten Mal geschlagen hatte. Seine Verfolger brüllten, Abrupt wechselte Lukas die Richtung, und obwohl ihm Sylvias Anweisung vollkommen irrwitzig vorkam, stürmte er auf eine der Wohnungstüren zu. Er erreichte sie mit dem dreizehnten Glockenschlag, wiss sie auf – und stolperte kopfüber in die Finsterniss.

Kennt Ihr die Bücher? Welches muss ich unbedingt lesen? Lasst es mich gerne wissen…

Ein schönes Wochenende

♥ Mila

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#Mittendrin Mittwoch: Das ewige Leben

Eine Sekunde nach der anderen vergeht, die Spannung steigt und in gewisser Weise nimmt die Erkenntnis zu. Es ist, als könnte ich in seine Seele blicken, und trotz allem, was ich vorher gesagt habe, entdecke ich das Schöne darin. Er ist ein Junge, dessen Verletzungen genauso tief und dessen Träume genauso lebendig sind wie meine.

Immerwelt wollte ich unbedingt lesen, denn der Klappentext versprach spannende Fantasy mit einem Hauch Romantik, auch das Cover fand ich sehr ansprechend und war daher überhaupt nicht vorbereitet auf die Geschichte, die mich erwartete. Denn diese ist krass, brutal, schonungslos und dabei absolut großartig. Auf der einen Seite so originell und fesselnd, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Auf der anderen Seite so bizarr und grausam, dass man nach einem Kapitel Zeit zum Durchatmen braucht. In einer komplexen Welt eine klare Entscheidung zu treffen, ist an sich schon schwer, wenn dann noch zwei verfeindete Reiche um einen kämpfen und die Eltern mit allen Mitteln versuchen, eine Entscheidung zu erzwingen, dann ergibt sich daraus eine ziemlich geniale Geschichte…

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Zum Inhalt: Tenley ist eine ganz normale Siebzehnjährige, rebellisch und eigensinnig. Nur dass ihre Eltern darauf bestehen, dass sie sich – wie alle anderen – zu einer der beiden verfeindeten Seiten bekennt: Entweder gehört man zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, dem hellen Reich der Erkenntnis. Vertreter beider Reiche versuchen mit allen Mitteln, Tenley für sich zu gewinnen. Aber sie versteht nicht, warum ausgerechnet sie so wichtig sein soll. Außerdem bemüht sich aus beiden Häusern ein Junge um sie. Einer der beiden lässt Tenleys Herz höherschlagen. Doch was, wenn sie sich für das Reich des anderen entscheidet?

Gena Showalter // Immerwelt – Der Anfang // Harper Collins

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Mittendrin Mittwoch ist eine Aktion von read books and fall in love

 

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Rezension: Die Stadt der verbotenen Träume von Emmi Itäranta

Diese Nacht ist anders. Der Schlaf im Haus ist leicht, denn auf den Steinen des Platzes trocknet fremdes Blut. Der Sand rieselt langsam durch die Stundengläser. Nach und nach verstummen das Hüsteln, die Schritte und die heimlich gewechselten Worte. Jedes Mal, wenn meine Augen sich schließen, sehe ich das Mädchen vor mir. Obwohl ich weiß, dass der Angreifer weit weg sein muss, ist jeder Schatten an der Wand dunkler als gewöhnlich.

Eliana ist eine Weberin im Haus der Spinnweben. Pflichtbewusst geht sie ihrer Tätigkeit nach, doch insgeheim kann sie viel mehr als weben, denn sie hat gelernt zu lesen und zu schreiben und sie träumt. Eine Fähigkeit, die der Rat der Inselstadt strengstens verboten hat, Träumer werden geächtet und in das Haus der Befleckten verbannt. Eines Tages wird ein junges Mädchen bewusstlos aufgefunden. Der einzige Hinweis auf ihre Identität ist ein Wort, das auf ihre Handfläche tätowiert wurde: Eliana. Als Eliana sich dem Geheimnis des Mädchens nähert, läuft sie Gefahr, dass ihr eigenes Geheimnis zu Tage tritt …

Buchgedanken:

Emmi Itäranta hat eine düstere und zugleich faszinierende Welt geschaffen, in der Träume verboten sind, die Entscheidungen des omnipräsenten aber gesichtslosen Rates nicht infrage gestellt werden und die Hoffnung im Verborgenen glimmt, ähnlich den Leuchtgläser, die auf der Insel als Lichtquelle dienen. Ein detailreicher und komplexer Mikrokosmos, in dem es viel zu entdecken gibt und dessen Ordnung anfangs schwer zu durchschauen ist, aber nichtsdestotrotz eine fantastische Welt, in die der Leser voller Spannung eintaucht. Eliana ist eine sympathische und authentische Protagonistin, deren Entwicklung man gebannt verfolgt. Auch die Nebenfiguren sind sehr gut gezeichnet, originell und glaubwürdig. Itäranta erzählt die Geschichte auf eine tiefgründige, zuweilen poetische Art und Weise und erschafft eine mitunter bedrohliche Atmosphäre von Licht und Schatten.

Fazit:

Eine fantasievolle, spannende und traumwandlerische Geschichte, die am Ende viel Raum für eigene Gedanken lässt. Wer originelle Fantasy mit einer gut durchdachten Geschichte und einer starken Protagonistin mag, wird von diesem Roman begeistert sein.

© Arctis Verlag

Die Stadt der verbotenen Träume ist ein Fantasy-Roman von Emmi Itäranta, übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara und 2017 erschienen im Arctis Verlag.

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