Rezension: Die Gefangene von GolvaharLesezeit: 2 min

Soraya ist die Zwillingsschwester des jungen Schahs, doch sie lebt im Palast wie eine Gefangene, denn nur so kann sie ihr Geheimnis verbergen: Durch ihre Adern fließt Gift und ihre Berührungen sind tödlich. Soraya wurde alles tun, um den Fluch zu brechen, doch damit bringt sie ihre Familie und ihr Volk in große Gefahr…

Wenn Sie auf dem Dach des Golvahar-Palastes stand, konnte Soraya fast glauben, dass sie tatsächlich existierte

Buchgedanken:

Melissa Bashardoust verknüpft Märchenelemente mit persischen Mythen zu einer einzigartigen und geheimnisvollen Geschichte. Soraya lebt im Verborgenen, doch sie ist keine hilflose Prinzessin, denn ihr Fluch gibt ihr die Macht über Leben und Tod. Eine Macht, die sie sich nicht eingestehen will. Statt dessen schämt sie sich für ihren Fluch, leidet unter der Einsamkeit und sehnt sich nach Nähe. Ihre innere Zerrissenheit, ihr Neid auf das Glück anderer Menschen und ihr unbändiger Wunsch den Fluch loszuwerden sind nachvollziehbar und machen sie zu einer starken und sehr menschlichen Figur. Bisher hat sie ihr Schicksal erduldet, doch als sich die Möglichkeit bietet, den Fluch zu brechen, zeigt sich, wie weit sie bereit ist zu gehen.

Sie hatte genug Märchen gelesen, um zu wissen, dass die Prinzessin und das Ungeheuer niemals dieselbe Person waren

Die Geschichte ist fantasievoll, spannend und sehr gut durchdacht, so dass sie einen immer wieder aufs Neue überraschen kann. Zwar gerät die Handlung im Mittelteil etwas ins Stocken, doch die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, dazu tragen auch die interessanten Nebenfiguren, das undurchschaubare Geflecht aus Geheimnissen und Intrigen und die märchenhafte Atmosphäre bei.

Fazit: 

Die Gefangene von Golvahar ist ein spannendes und märchenhaftes Abenteuer ab 13 Jahren. Geheimnisvoll, wendungsreich und dezent romantisch.
© Thienemann
Die Gefangene von Golvahar ist ein Fantasyroman von Melissa Bashardoust, übersetzt von Inge Wehrmann und 2020 im Thienemann Verlag erschienen.

Stimmen aus der Nachbarschaft:

Süchtig nach Büchern
Büchersalat
Gedanken-Vielfalt
8

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