Rezension: Mentira von Christina HiemerLesezeit: 3 min

Melia ist Mitglied der Ruinia und lebt in Mentira, dort sind Lügen seit jeher verboten. Als Melia einen wichtigen Auftrag bekommt, gerät das Vertrauen in ihre Schwesternschaft ins Wanken. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und flieht. In Sombra, der Schattenstadt, erhofft sie sich Antworten zu finden…

Mentira ist eine düstere und spannende Geschichte voller Gegensätze – Wahrheit und Lüge, Hass und Liebe liegen dicht beieinander. Die mittelalterlich anmutende Welt ist anfangs schwer zu durchschauen, auch die Schwesternschaft und die Gepflogenheiten in Sombra geben Rätsel auf. Es ist ein Geflecht aus Geheimnissen, Lügen und Intrigen, das sich nur schwer entwirren lässt. Die Geschichte hat zu Beginn ein paar Längen, wird aber zunehmend spannender und die Perspektivenwechsel geben eine zusätzliche Dynamik und offenbaren einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen. Melia ist eine sympathische Protagonistin, mitunter aber etwas naiv, sie handelt oft impulsiv und ist sich den Konsequenzen oftmals nicht bewußt. Alles in allem ist der erste Band der Dilogie eine spannende, wendungsreiche und atmosphärische Geschichte mit einem Hauch Romantik, die mit einer geheimnisvollen Welt, einer konfliktgeladenen Handlung und interessanten Charakteren für gute Unterhaltung sorgt.

In Melia erwachen unheimliche Kräfte, die sie weder erklären noch kontrollieren kann. Um herauszufinden, welche düsteren Mächte ihre Welt in den Abgrund zu reißen drohen, müssen Melia und Jaron den gefährlichen Weg in die Stadt der Verstoßenen auf sich nehmen …

Mentira 2 ist eine spannende Mischung aus Fantasy und Dystopie und ein gelungener Abschluss der Dilogie. Im zweiten Band wechselt der Schauplatz und die düstere Atmosphäre verdichtet sich, wirkt streckenweise apokalyptisch, denn der Weg nach Sedimento steckt voller Gefahren und zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe. Melia ist an den Ereignissen gewachsen und wirkt nicht mehr so naiv wie im ersten Band. Sie kämpft mit den unheimlichen Kräften, die in ihr erwacht sind und scheint vom Auge von Sombra beeinflusst zu sein, dennoch ist sie im Verlauf der Handlung nicht so präsent und aktiv, wie man es von einer Protagonistin erwarten würde.
Die Handlung ist wendungsreich und spannend, man gewinnt mehr Einblicke ins Weltgefüge und einige Geheimnisse werden gelüftet. Mitunter verliert sich Christina Hiemer jedoch in Beschreibungen, zudem haben sich kleinere Logikfehler und Handlungslücken eingeschlichen. Nichtsdestotrotz ist Mentira eine düstere, fantasievolle und spannende Geschichte mit einer Prise Romantik, die mit einer dystopischen Welt, dunklen Mächten und aufwühlenden Ereignissen für spannende Unterhaltung sorgt.

Mentira ist ein Fantasyroman von Christina Hiemer und 2019 bei Impress erschienen. Band 2 ist 2020 ebenfalls bei Impress erschienen.
11

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.