Randnotiz: Bloggen mit Herz & Hirn

Liebe Bücherfreunde,

wenn mich jemand fragt, wie ich blogge, dann müsste ich wohl antworten: aus dem Elfenbeinturm. Ich bin nicht bei Facebook oder Instagram, nutze Twitter hauptsächlich um Verlagen zu folgen und Gravatare sind abgeschaltet, da mir Datenschutz wichtiger ist als bunte Bildchen. Dafür stöbere ich gerne und ausgiebig auf anderen Buchblogs, kommentiere hier und da, aber muss nicht zu allem meine Meinung kundtun. Was hohe Wellen schlägt, prallt an meinen Mauern ab, aber selbst in meinem Turmzimmer war der Aufschrei zu hören, der momentan durch die Buchblogs geht.

Bücher falsch lesen? Schlechte Buchkritiken? Rezensionen abschaffen? Mein Literaturprofessor hat immer gepredigt, dass es keine schlechte Werbung gibt und der Fehler stets beim Autor liegt. Wenn etwas falsch verstanden wurde, ist es dem Autor nicht gelungen, seine Intention zu vermitteln. So weit möchte ich gar nicht gehen, sondern darauf hinweisen, dass jeder seine eigene Lesart hat. Wir wurden durch unterschiedliche Bücher geprägt, greifen auf verschiedene Erfährungsschätze zu. Was den einen berührt, lässt den anderen kalt. Entsprechend unterschiedlich lesen und schreiben wir und das macht die Vielfältigkeit von Buchblogs aus. Ich möchte keine gleichförmigen Lobhudeleien lesen und ich hoffe, es geht Euch ebenso.

Daher lehne ich mich ganz weit aus meinem Turmfenster und plädiere für ein respektvolles Miteinander und einen bunten Strauß an Rezensionen. Es gibt keine allgemeingültige Meinung oder Kriterien, jede Leserstimme ist wichtig, unabhängig von Stil und Ausführlichkeit. Also macht es Euch auf Eurem Blog gemütlich, richtet Euch so ein, wie es Euch gefällt und bleibt Eurem Stil treu. Schaut öfters bei den Nachbarn vorbei und bringt Kuchen mit, aber erzählt ihnen nicht, wie sie den Haushalt zu führen haben. Teilt Eure Begeisterung für ein Buch, schreibt Euch die Enttäuschung von der Seele, aber bleibt dabei höflich, denn jedes Buch ist ein kleines Kunstwerk, das es wertzuschätzen gilt, ebenso wie die Zeit, die ein Buchblogger investiert.

In diesem Sinne wünsche ich fröhliches rezensieren

♥ Mila

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Mittendrin Mittwoch: Boxer und Hexen

Das Leben, das du heute nicht lebst, wird für immer ungelebt bleiben.

Edgar Rai kann einfach schreiben, daher wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und rezensieren und was soll ich sagen – bis jetzt gefällt es mir ausgesprochen gut. Temporeich, spannend und mit trockenem Humor.

©️ Piper

Edgar Rai // Halbschwergewicht // Piper Verlag

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»Der Wald hat auf dich gewartet.« Jonas lächelte mich beruhigend an, als wäre es das Normalste der Welt. Seine kleine Hand legte sich in meine. »Er freut sich, dass du da bist.«

Definitiv ein Wunschbuch aufgrund des Klappentextes, bei Walpurgisnacht und Blocksberg war es um mich geschehen, wahrscheinlich klassisch konditioniert, da mein erstes Buch Die Töpfchenhexe war. Ich bin erst auf Seite 10, aber schon der Einstieg hat mir gut gefallen, angenehmer Schreibstils und sympathische Charaktere.

©️ Planet

Janine Wilk // Spiegelherz // Planet

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Mittendrin Mittwoch ist eine Aktion der lieben Elizzy

 

 

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Länderkunde: Buchreich

Liebe Bücherfreunde,

fragt Ihr Euch manchmal, welche Geschichte hinter einem Blognamen steckt?

Das Buchreich ist eine kleine Hommage an meine ersten Jahre als Leserin. Ich habe mir stets kleine Lesenischen geschaffen, indem ich Bücher in einem Kreis um mich herum gestapelt habe. Meine Eltern haben vergeblich versucht, mich für Bauklötze zu begeistern, da ich mir für meine Stapelei ihre guten Brockhaus-Bände und Buchclub-Ausgaben stibitzt habe. Aber Bauklötze hätten nicht gepasst – es mussten Bücher sein. Schließlich war dies mein kleiner, abgesteckter Lesebereich – mein Buchreich ♥

Was verbirgt sich hinter Deinem Blognamen? Ich bin gespannt….

Mila

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